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Jan 01, 2010

Das Weigle-Haus und seine Geschichte

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Das Weigle-Haus – ein Jugendhaus im Zentrum des Ruhrpotts und seine bewegte Geschichte...



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Ein Haus und seine Geschichte
WHold11893 kam Wilhelm Weigle als junger Pfarrer in die Essener Altstadtgemeinde. Zu seinen Aufgaben gehörte dort auch die Betreuung des Evangelischen Männer- und Jünglingsvereins. Er begann mit einer damals noch ungewöhnlichen Form der Jugendarbeit, die unter anderem jugendgemäße Spiele und geistliche Elemente miteinander verband. Unter seiner Leitung entstand ein vielfältiges Angebot, das von Steno- und Sprachkursen über Ferienfahrten und Chören bis hin zu Bibelstunden und Hausbesuchen bei den Familien der betreuten Jungen reichte.
1896 gründete Weigle den Evangelischen Jugendverein Essen-Ruhr, in dessen direkter Nachfolge der heute die inhaltliche Arbeit tragende Verein Evangelische Jugend Weigle-Haus e. V. steht.
Am 24. September 1911 wurde der Grundstein für ein eigenes Gebäude gelegt und am 6. Oktober 1912 fand die feierliche Einweihung statt. Die von Weigle begonnene Arbeit wuchs in der Folge weiter und hatte nun ihr eigenes Zuhause.
1929 übernahm Wilhelm Busch die Leitung des Hauses. Am 11. Februar 1934 wurde der Evangelische Jugendverein jedoch aufgelöst und das Jugendhaus geschlossen. Busch widerstand dem Druck, die Jugendarbeit mit der Hitler-Jugend zu vereinigen und konnte sogar kurze Zeit später das Haus wieder eröffnen. Die Arbeit lief weiter unter dem Namen Stadtmission, das Haus selbst erhielt seinen heutigen Namen und wurde zum Weigle-Haus.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus teilweise zerstört und konnte erst am 23. Mai 1954 wieder eröffnet werden. Wilhelm Busch leitete die Arbeit noch bis 1962. Das Programm für die Jugendlichen drehte sich weiterhin vor allem um die gemeinsamen Sonntage mit Gottesdiensten, Sport und Spiel und auch Bildungsangebote wie den sogenannten „Intelligenz-Club“. Unter der Woche fanden in vielen Stadtteilen die zum Weigle-Haus gehörenden Jungscharen und Jungenschaftsgruppen statt.
WHold21962 schließlich folgten Herbert Demmer und nach ihm 1967 Ulrich Parzany Wilhelm Busch als Jugendpfarrer im Weigle-Haus nach. Ulrich Parzany prägte in den nächsten 17 Jahren die sich wandelnde Jugendarbeit. Die bis dahin reine Jungenarbeit des Weigle-Hauses entwickelte engere Kontakte zu der Stadtmissionsarbeit für Mädchen, die ihrem Versammlungsort in der Henriettenstraße nach unter dem Namen Henriette bekannt war.
1981 wurde die neue Sporthalle auf dem eigenen Gelände eingeweiht. 1992 wurde mit der Fusion zwischen Weigle-Haus und Henriette die gemischte Arbeit im Weigle-Haus eingeführt. Mit der Gründung einer Ten Sing-Gruppe begann ein neuer Abschnitt in der Jugendarbeit des Weigle-Hauses. Seitdem existieren im Weigle-Haus sowohl gemischte als auch geschlechtsspezifische Angebote.
1993 feierte das Weigle-Haus das 100-jährige Jubiläum der Evangelischen Jugend. In der Folgezeit entwickelte sich aus dem Gottesdienst im Weigle-Haus eine eigene Gemeinde für Erwachsene.

 

WHnew1Das Weigle-Haus heute
Die traditionelle Jugendgruppenarbeit wird inzwischen durch unterschiedliche Angebote der Offenen Arbeit und der Jugendsozialarbeit ergänzt (Streetwork, Hausaufgabenhilfe, Jugendberatung und verschiedene offene Angebote).
Seit dem Jahr 2005 gibt es im Weigle-Haus zusätzlich zur Erwachsenengemeinde, die sich aus der Jugendarbeit entwickelt hat, eine Jugendgemeinde, die neben einem eigenen wöchentlichen Gottesdienst auch zahlreiche Kleingruppen für Jugendliche anbietet.

 



Leiter des Weigle-Hauses
1896 – 1929 Wilhelm Weigle
1929 – 1962 Wilhelm Busch
1962 – 1967 Herbert Demmer
1967 – 1984 Ulrich Parzany
1984 – 1990 Rüdiger Mielke
1991 – 1996 Herbert Großarth
seit 1996 Rolf Zwick

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