EINE-Weltladen
Fairer Handel im Weigle-Haus
Alle 14 Tage bietet sich den Gottesdienstbesuchern im Foyer des Weigle-Hauses ein buntes Bild: Der „Faire -Welt-Stand“ hat seine Waren ausgebreitet und es gibt Kaffee, Kakao, Tee, Honig, Reis, Quinua, Schokolade, Orangensaft, Wein, Sekt und anderes zu kaufen.
Termine 2012:
| 29.01. | 12.02. | 26.02. | 11.03. | 25.03. |

Die Waren werden zu einem fairen Preis verkauft, das heißt sie sind meist etwas teurer als in herkömmlichen Läden. Dafür bekommen die Produzenten in der „Dritten Welt“ aber einen höheren, gerechteren Preis für ihre Arbeit. Wir erhalten dafür sehr hochwertige und gesunde Qualitätsprodukte, die ohne den Einsatz von Gentechnik oder ohne den Einsatz von Pestiziden hergestellt werden. 60 % der fair gehandelten Produkte sind Bio-Produkte. Fairen Handel gibt es in Deutschland seit 35 Jahren. 800 Weltläden und mehr als 5000 Aktionsgruppen - wie die unsere im Weigle-Haus - beziehen ihre Waren u.a. von der GEPA in Wuppertal, die sozusagen als Großhandel für den fairen Handel fungiert. Außerdem hat die GEPA eine Vorreiterrolle in Bezug auf Bio-Prokukte übernommen: Der weltweit erst Bio-Tee wurde von der GEPA auf den Markt gebracht.
Die GEPA unterhält enge Kontakte zu den Partnern und überwacht auch die Einhaltung der Kriterien für den fairen Handel. Was das konkret bedeutet, zeigt das Beispiel eines herkömmlichen Kaffeebauern in Mittelamerika. Der Weltmarktpreis für Kaffee ist in den vergangenen Jahrzehnten gesunken. Was für deutsche Kaffeegenießer von Vorteil ist, ist für unseren Kaffeebauern eine Katastrophe. Er bekommt immer weniger für seinen Kaffee, während die übrigen Weltmarktpreise zum Beipiel für LKWs oder Ersatzteile aber drastisch gestiegen sind. Seine Kinder müssen mitarbeiten, statt zur Schule zu gehen. Trotzdem reicht das Geld nicht für das Nötigste. Wenn jemand aus der Familie krank wird, sind die teuren Arztkosten und Medikamente unerschwinglich. Die Lebensbedingungen verschlechtern sich drastisch, es hat bereits Hungertote in den anderen Kaffeebauernfamilien gegeben.
Was ist anders für den Kaffeebauern, der am „fairen Handel“ teilnimmt? Er bekommt einen festen Preis über dem Weltmarktpreis für seinen Kaffee. Die Absatzmenge ist über einen längeren Zeitraum garantiert, so dass er eine größere Sicherheit für seine Planung und seine Investitionen erhält. Seine Kinder können zur Schule gehen. Zusammen mit anderen kann er Fortbildungskurse und eine Gesundheitsstation mit Krankenschwester, Zahnarzt und Apotheke finanzieren. Durch einen gemischten Anbau von Kaffeesträuchern und Grundnahrungsmitteln kann er auf den Einsatz von Pestiziden verzichten. Die GEPA berät ihn und seine Kollegen dabei. So trägt der höhere, faire Preis dazu bei, dass sich die Lebensbedingungen seiner Familie und seiner Dorfgemeinschaft verbessern.

Mittlerweile gibt es auch in herkömmlichen Geschäften fair gehandelte Waren. Unter dem „Transfair“-Siegel verkaufen 22.000 Läden Produkte zu den Bedingungen des fairen Handels.
In der Bibel ist sehr oft davon die Rede, dass Gott Gerechtigkeit will. Die Übersetzung von „fair“ lautet unter anderem „gerecht“. Wenn wir fair gehandelte Produkte kaufen, leisten wir einen kleinen Beitrag zu einer gerechteren Welt und können dabei wirklich mit gutem Gewissen genießen.
Gerda Thiel-Kaiser
